Ghana
| Das politische System heute
In Ghana werden alle vier Jahre 230 Abgeordnete für das
Einkammerparlament gewählt. In den letzten 20 Jahren wechselten
sich im Auftrag des Volkes immer wieder die zwei großen
Parteien National Democratic Congress (NDC) und New Patriotic
Party (NPP) in der Regierungsbildung ab. Der Weg bis zur heutigen
Demokratie dauerte jedoch jahrzehntelang und war von zahlreichen
Unruhen gekennzeichnet.
Nachdem die Republik Ghana ihre Unabhängigkeit von den Briten
am 06. März 1957 unter dem damaligen Premierminister Nkrumah
erlangte, durchlebten die Menschen zahlreiche Militärputsche.
Denn Nkrumah schaffte es nicht, für Stabilität zu sorgen.
Insbesondere in den 70er Jahren herrschte in Ghana das Chaos.
Die Militärregierungen von 1972, 1978 und 1979 handelten
mit Willkür und Korruption, sodass das Land tiefer in die
Schuldenkrise verfiel. Der letzte Putsch erfolgte 1981 durch den
Fliegerleutnant Jerry Rawlings. Dieser herrschte zwar zunächst
diktatorisch, er teilte seine Macht jedoch mit einer demokratisch
gewählten Regierung. Darüber hinaus schaffte es Rawlings
mit Geldern aus der IWF und der Weltbank die Wirtschaft entscheidend
zu stabilisieren.
Die Entwicklung in Ghana zeigte langsam in Richtung einer Demokratie.
So
kam es auch, dass Jerry Rawlings im Jahre 1992 eine demokratische
Verfassung entwerfen ließ, in der unter anderem die Gleichheit
vor dem Gesetz, die Presse- und Meinungsfreiheit, freie Wahlen
in einem Mehrparteiensystem sowie die Einhaltung der Menschenrechtsgesetze
der UNO garantiert wurden. Anschließend fanden im Jahre
1993 Wahlen statt, wobei Jerry Rawlings zum Präsidenten gewählt
wurde. Er regierte bis zum Jahre 2000 und durfte laut Verfassung
bei der nächsten Wahl nicht für eine dritte Amtsperiode
antreten. So gewann John Agyekum Kufuor von der Partei NPP die
Wahlen und blieb ebenfalls für zwei Amtsperioden an der Macht.
Zuletzt fanden im Jahre 2008 Wahlen statt (Stand 04/2011), wobei
sich John Atta Mills von der NDC in einer Stichwahl knapp gegen
seinen Kontrahenten von der NPP Nana Akufo-Addo durchsetzte.
Ghana ist heute eine Präsidialrepublik und Mitglied im Commonwealth
of Nations. Dabei handelt es sich um einen freiwilligen Bund unabhängiger
und souveräner Staaten, die sich untereinander unterstützen.
Neben Ländern wie Australien, Kanada und Indien zählt
das Commonwealth insgesamt 54 Mitglieder. Den Vorsitz hat hierbei
Königin Elisabeth II. als Oberhaupt sowie Kamla Persad-Bissessar,
die Premierministerin von Trinidad und Tobago, als Vorsitzende
und der indische Diplomat Kamalesh Sharma als Generalsekretär.
Sitz der Gemeinschaft ist London.
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