Gesellschaft
in Ghana
In Ghana prägen die mehr als 100 Völker mit ihren unterschiedlichen
Wurzeln und Sprachen den kulturellen Reichtum des Landes. Zudem
gibt es auch religiöse Unterschiede, die vor allem in den
vielfältigen Festen zu erkennen sind. Die Feste in Ghana
werden zu verschiedenen Anlässen wie Hochzeiten, Namenszeremonien
und sogar Beerdigungen ausgiebig und in großem Format gefeiert.
Die einzelnen Volksgruppen leben in ihren Gebieten als Stämme
zusammen und haben einen so genannten Chief als Anführer.
Diese verfügen über die Kompetenzen, in ihrem jeweiligen
Stamm die Entscheidungen in Sachen Verwaltung, Rechtsprechung
sowie traditionellen Riten und Bräuche zu leiten. Die größte
Gruppe in Ghana wird von den matriarchalisch organisierten Akan
gebildet. Ihre Bevölkerung ist auch in den südöstlichen
und östlichen Gebieten der Elfenbeinküste verteilt.
Charakteristisch für die Akan aber auch die Ewe-Völker,
die überwiegend im Osten Ghanas und im Nachbarland Togo leben,
sind die Kentestoffe. Diese werden mit einer Mischung aus Baumwolle
und Seide gewebt und durften in früheren Zeiten nur von Königen
getragen werden. Ein
weiterer Bestandteil der Akankultur sind auch die allgegenwärtigen
Adinkrasymbole. Diese findet man unter anderem auf Häuserwänden,
Kleidung, Holz- und Töpferwaren. Das bekannteste Symbol wird
Gye Nyame genannt und steht für die Allmacht Gottes. Die
Religion der Akanvölker ist eine Verflechtung unterschiedlichen
Ursprungs und beruht einerseits auf eine dreifaltige Götterwelt,
die zum einen an den christlichen „Vater, Sohn und Heiligen
Geist“, zum anderen aber auch an die göttliche Trinität
„Osirius, Horus und Isis“ aus dem alten Ägypten
erinnert. Typisch für Westafrika ist andererseits auch der
Totemismus, bei dem die Urahnen als eine Art Schutzgeister angebetet
werden.
Nach den Akan bilden die Völker der Dagbane-Dagomba die
größte Gemeinschaft. Zudem zählen noch die Ga,
die Gurma sowie die bereits erwähnten Ewe Völker zu
den größeren kulturellen Gruppen in Ghana. Die Gemeinsamkeit
aller Volksruppen liegt in der gesellschaftlich starken Stellung
der Frau. Das zeigt sich vor allem an der hohen Anzahl der Berufstätigen
Frauen in Ghana. In den offenen Märkten wie dem bekannten
Mokala Market oder dem Kaneshie beispielsweise begegnet man überwiegend
Händlerinnen. Sie arbeiten aber auch oft als Köchinnen
in den kleinen Straßenküchen oder als Näherinnen
und bewahren dadurch ihre selbständige Rolle in der Gesellschaft.
Ghana ist relativ reich an Bodenschätzen. Alleine der Goldbergbau
hat heute einen Anteil von mehr als 90 Prozent an der Gesamtproduktion
mineralischer Güter. Der Gold-Export ist somit eines der
wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes. Seit dem der Bergbau
in Ghana Anfang der 1980er Jahre privatisiert wurde, wird dieser
Wirtschaftszweig leider auch von ausländischen Investoren
dominiert; der ghanaische Staat erhält lediglich einen Anteil
von 10 Prozent. Kritiker meinen, ausländische Unternehmen
lassen das Land und die dort lebenden Menschen regelrecht ausbluten;
es wird weder Rücksicht auf die Natur genommen, noch auf
die Belange der Menschen.
Während der Kolonialzeit wurde die Kakaopflanze eingeführt;
für viele Klein- und Kleinstbauern war Kakao die wichtigste
Einnahmequelle. Da aber viele Kakao-Anbaugebiete in den Mienengebieten
des Goldbergbaus liegen wurden vermehrt Anbauverbote ausgesprochen.
Die Folge: Alleine 2005 sollen mehr als 16.000 Menschen ihre
Arbeit im Kakaosektor verloren haben. Seit dieser Zeit soll es
unter der Bevölkerung zu heftigen Demonstrationen gekommen
sein, doch regelrechte Schutztruppen der Bergbauunternehmen helfen,
die Interessen der Bergbauindustrie durchzusetzen.
Um die Menschen in den Schwellenländern nicht über
die Maßen auszubeuten, wurde zwischenzeitlich ein einheitliches "Fairtrade"-Zeichen
eingeführt. Produkte die dieses Siegel tragen sichern zu,
dass die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Bauern und Beschäftigten
durch Fairtrade-Preise und -Prämien verbessert werden. Eines
der bekanntesten deutschen Unternehmen das Fairtrade explizit
unterstützt ist übrigens Kaffee Partner (siehe Kaffee Partner Blog). Des weiteren unterstützt Kaffee Partner
das Kinderhilfswerk tere des hommes, um Jugendlichen aus den
betroffenen
Ländern
eine Zukunftsperspektive zu bieten.
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