Afrika
| Ghana und seine Geschichte
Das heutige Ghana hat seinen Namen vom alten Reich Ghanas. Dieses
erstreckte sich über das Gebiet südlich der Sahara.
Ursprünglich wurde das Reich von den einheimischen Wagadu
genannt. Da aber die arabischen Händler aus dem Norden Afrikas
den Namen Ghana bevorzugten, verbreitete sich dieser wesentlich
stärker und wurde mit der Zeit auch unter Völkern in
anderen Gebieten übernommen. Erstmals wird Ghana im 9. Jahrhundert
dementsprechend in arabischen Quellen erwähnt.
Ghana begann Ende des 15. Jahrhunderts verstärkt mit Europäern
zu handeln. Die ersten Europäer in Ghana waren die Portugiesen.
Sie erhielten im Jahre 1482 von einem einheimischen Herrscher
die Erlaubnis, einen festen Stützpunkt im heutigen Elmina
zu errichten. Das Fort Sao Jorge da Mina wurde als Versorgungs-,
Handels- und Militärstützpunkt genutzt und ist heute
noch gut erhalten. Die Portugiesen kauften hier unter anderem
Elfenbein, Pfeffer, Zucker und Gold ein. Zu späteren Zeiten
wurden sogar Menschen eingekauft und in anderen Gebieten als Sklaven
gehalten. Dabei sollte man wissen, dass die Menschen nicht gewaltsam
entführt wurden, sondern von so genannten afrikanischen Handelsprinzen
und mächtigen Kaufleuten in beiderseitigem Einvernehmen verkauft
wurden.
Der erfolgreiche Handel der Portugiesen weckte auch das Interesse
weiterer europäischer Länder, insbesondere das der Dänen,
Briten, Schweden, Niederländer sowie Franzosen und Brandenburger.
Diese gründeten ebenfalls Festungen an den Küsten Ghanas
und bekriegten sich in den folgenden Jahrhunderten immer wieder
untereinander. So
wechselte auch das Fort Sao Jorge da Mina öfters den Besitzer.
1637 übernahmen die Niederländer und anschließend
die Briten von 1872 bis zur Unabhängigkeit Ghanas im Jahre
1957 die Festung. Im Laufe der Zeit entstanden so viele Forts,
dass sie oftmals lediglich in Sichtweite voneinander entfernt
lagen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Küste
Ghanas heute auf engem Raum über die meisten europäischen
Forts in Afrika verfügt.
Die Brandenburger errichteten erstmals im Jahre 1683 das Fort
Groß Friedrichsburg. Der preußische König Wilhelm
I. verkaufte es jedoch im Jahre 1718 an die Niederländer,
wodurch es in das Fort Hollandia umbenannt wurde. Seit 1978 gehört
die Festung zum UNESCO Weltkulturerbe.
Erstmals wurde im Jahre 1874 der Küstenstreifen Ghanas zur
Kronkolonie der Briten erklärt. Sie vereinigten sich mit
dem Volk der Fanti, um dadurch gegen die Aufständischen des
Aschanti Volkes zu kämpfen. Die Unabhängigkeit erlangte
Ghana am 6. März 1957 unter dem Premierminister Nkrumah und
war somit das erste afrikanische Land, das sich von der britischen
Kolonialherrschaft löste. Aufgrund einer anhaltenden finanziellen
Krise und hohen Staatsverschuldung konnte die Stabilität
in der Region jedoch nicht gewahrt werden, wodurch in den folgenden
Jahrzenten mehrere Militärputsche erfolgten. 1992 schaffte
es Ghana unter dem Präsidenten Jerry Rawling zu einer Demokratie
und verfügt seither über eine eigene Verfassung.
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